Bestimmung von chronischen Schwermetallbelastungen

Am Anfang der Schwermetallausleitung steht die umfangreiche Anamnese von Symptomen und deren zeitlicher Verlauf!

Zum quantitativen Nachweis von chronischen Belastungen im Gewebe genügt eine einfache Bestimmung im Blut meist nicht. Diese gibt lediglich Auskunft über die akute Situation wider, da der weitaus größte Teil der Schwermetalle ins Bindegewebe und in die Zellen verschoben wird, sich dort mit Halbwertszeiten von weit mehr als 20 Jahren einlagert und dann nicht mehr im Blut auftaucht und daher dort nicht mehr nachweisbar ist.

Daher kann eine Aussage über die langjährige Belastung im Gewebe, nur nach Provokation mit einem sogenannten Chelatbildner erfolgen. Unter einem Chelatbildner (z.B. DMPS) versteht man eine Substanz, die in der Lage ist, das im Gewebe gebundene Metall an sich zu binden, zu Mobilisieren und ins Blut zu verschieben. Von dort wird es dann über den Urin ausgeschieden. Hier kann es nun sehr einfach mengenmäßig bestimmt werden. Somit ist bei einem Provokationstest lediglich eine Urinprobe notwendig.

Getestet werden 19 häufige Metalle. Dazu gehören sowohl essentielle (für den Körper wichtige) Metalle wie Zink, Bor oder Kupfer, aber auch Metalle, die für den Körper bereits in kleinen Mengen toxisch sind, wie z.B. Quecksilber, Zinn, Blei, Cadmium, Thallium, Arsen, Aluminium und Andere.

Wie wir Schwermetalle aufnehmen

Die akute Vergiftung mit Schwermetallen ist selten, eine chronische Belastung die Regel!

Wir alle sind Teil unserer (ebenso stark belasteten) Umwelt und mit dieser untrennbar verbunden. Somit können wir uns nicht vollkommen vor einer Aufnahme von Giften schützen. Neben gesellschaftlich-wirtschaftlichen Forderungen an Veränderungen, können wir uns dennoch bewusst entschließen, stark belastete Produkte so gut es geht zu vermeiden und für eine gute Ausscheidung von Schwermetallen zu sorgen.

Die Quelle und der Weg der Aufnahme von Schwermetallen ist unterschiedlich. Sie können über die Haut, die Lunge (einatmen), die Nahrung, das Trinkwasser aufgenommen werden. Wichtig im Hinblick auf die Möglichkeiten des Körpers mit Schwermetallen umzugehen ist dabei folgender Punkt: Metalle können, da sie Atome und keine molekularen Verbindungen sind, nicht vom Körper abgebaut, oder durch Inaktivierung entgiftet werden. Lediglich die Ausscheidung dient der Entgiftung.

Quecksilber und Zinn sind Bestandteil von Amalgamfüllungen. Chronische Belastungen bestehen selbst dann, wenn das material bereits vor vielen Jahren zahntechnisch entfernt wurde. Ebenso gebt es Belege dafür, dass selbst Neugeborene von Frauen, die Amalgamfüllungen hatten, eine Belastung mit diesen Schwermetallen aufweisen. Ein Zusammenhang mit dem Auftreten von Autismus konnte nachgewiesen werden.

Blei und Cadmium finden sich gerade entlang der Flüsse, die stark belastetes Wasser aus den Silberminen des Schwarzwaldes führten. Über den Boden des Schwemmlandes wird es von Pflanzen und Tieren aufgenommen und in den Ernährungskreislauf eingebracht. Cadmium wird zudem in Hohen Masse durch Tabakrauch aufgenommen. Blei war früher dem Benzin zugesetzt und wird seit neuem auch nicht mehr in größeren Mengen dem Lötzinn zugesetzt.

Ebenso gibt es durch Düngemittel und Pestizide in der Landwirtschaft Belastungen mit Arsen, welches Durchblutungs- und Nervenstörungen beim Menschen hervorrufen kann.

Aluminium (s. Die Akte Aluminium) wird über verschiedene Quellen in den Körper gebracht und findet sich häufig im Nervengewebe und Gehirn wieder. Gerade Getränkedosen und Konserven, die mit säurehaltigen Erfrischungsgetränken oder Speisen gefüllt sind (Tomaten etc.) ebenso wie Aluminium-Espressokocher, neigen dazu, Aluminium aus der Verpackung zu lösen und anzureichern. Aluminiumhaltige Deos wurden bereits vom Markt genommen, da es hier Hinweise auf Zusammenhänge mit Brustkrebs gegeben hat. Ebenso finden Aluminiumverbindungen vielfältig in Fertigprodukten Anwendung. Auch enthalten immer noch viele Impfstoffe Aluminium. Hier gibt es bereit auch Bestrebungen, aluminiumfreie Impfstoffe herzustellen.

Wismuth/Bismuth findet v.a. Anwendung in Kosmetika zur Mattierung von Puder oder Lippenstiften und wird durch die Haut aufgenommen oder verschluckt. Die meisten Naturkosmetika verzichten jedoch auf diese Zusätze.

Thallium stammt häufig aus der Industrie (Autoverzinkung), Farbindustrie oder der Halbleiter- und Elektronikindustrie (Platinen).

Beschwerden, die eine chronische Schwermetallbelasung auslösen können

Die Symptome und chronischen Erkrankungen, die mit Schwermetallen assoziert sein können, sind sehr vielfältig und reichen von chornischen Entzündungen, Störungen des Immunsystems, Allergien, Magen-Darm-Störungen, Bluthochdruck, Krebs, Vergesslichkeit und kognitive Störungen, Alzheimerdemenz, entzündliche Hirnprozesse, Nervenstörungen, Migräne, Hautproblemen, bis hin zu Burnout und Kraftlosigkeit (Mitochondropathien), Depression, Schwermut, Antriebslosigkeit und vielen anderen Beschwerden.

Schwermetralle führen über Störungen von Membranpotentialen in unseren Mitochondien (Energiefabriken in den Zellen) zu massiven Störungen der normalen Zellfunktion in nahezu allen Organen. 

Zudem werden Metalle wie Eisen, Zink oder Kupfer, die an hunderten von enzymatischen Stoffwechselvorgängen beteiligt sind, aus der Bindung an die Enzyme verdrängt (z.B. Enzyme der Blutdruckregulation). Dadurch werden diese Enzyme inaktiv und funktionslos.

Ebenso kommt es zur Verdrängung des Eisens aus dem Hämoglogien der roten Sauerstofftransportierenden roten Blutkörperchen, mit der Folge eines relativen Eisenmangels. 

Ein weiterer Mechanismus ist durch eine dauerhafte Aktivierung des eigenen Immunsystems bedingt. Im Gewebe kommt es zu ständigen Entzündungsreaktionen, die widerum einen hohen Verbrauch an weiteren Vitaminen (z.B. Vit B12) und Spurenelementen bedingt (Nitrosativer Stress), wodurch die Ausleitungsfunktionen unseres Organismus weiter geschwächt wird. Dieser Prozess kann, wenn er nicht gestoppt wird, in einen sich selbst verstärkenden Kreislauf führen.

Das Milieu im Körper entscheidet über die Gesundheit

Der menschliche Organismus ist ein komplexes Ökosystem. Nur ca. 10% der Zellen, die unseren Körper zahlenmäßig ausmachen, sind menschlichen Ursprungs. 90% der Zellen sind Bakterien. Diese übernehmen unendlich viele und für unsere Gesundheit wichtige Funktionen und Aufgaben für uns. Sie können nur gut arbeiten, wenn wir ihnen ein gesundes und von Giftstoffen freies Milieu erhalten.

Damit dieses Ökosystem Mensch gesund bleibt, ist also ein ausgewogenes und reines Milieu wichtig.

Nun zu einer Analogie: Was geschieht mit einem See, in den wir täglich Abwässer (Kunststoffweichmacher, Pestizide, Antibiotika, Schwermetalle, Öle,...) einleiten? Eine Weile wird der See durch seine organische Fähigkeit zur Selbstreinigung (Entgiftung) in der Lage sein, dem Ansturm standzuhalten. Ein gewisses Maß an Gift wird er ertragen und dabei recht gesund bleiben. Erhöhen wir nun die Menge an Stoffen, die wir zuführen, gelangt der See an sein Limit des Machbaren.  Der See kippt um, d.h. das Milieu kann nicht aufrecht erhalten werden. Die Folge ist eine enorme Zunahme an einzelnen Lebewesen wie z.B. Algen und ein Verschwinden Anderer Arten, die Ihrerseits Gifte abgebaut hatten. Dadurch gehen zusätzlich die Möglichkeiten der Selbstreinigung verloren, da für diese ein bestimmtes Milieu, in der sich Tiere und Pflanzen wohlfühlen, notwendig ist. Auch der Versuch ein Gleichgewicht der Lebensformen durch menschliches Eingreifen z.B. durch "Antialgenmittel" und Einsetzen von ausgestorbenen Lebensformen zu erzeugen, bleibt langfristig erfolglos, wenn nicht das Milieu verbessert wird, durch a) ein Stop an Abwässern und b) eine Hilfe bei der Entgiftung.

Der Menschliche Körper reagiert auf chronische Belastungen bis zu einem bestimmten Maß ebenso. Ist das Milieu aber so stark gestört, dass dem Körper die Selbstheilungskräfte versagen, kommt es zu wiederkehrenden Infektionen (analog der Infektion des Sees mit Algen etc.), Allergien, chron. Krankheiten oder Krebs. Therapeutische Methoden, die das Milieu des Körpers jedoch zusätzlich aus dem Gleichgewicht bringen, helfen vielleicht oberflächlich und kurzfristig. Da das Milieu nicht wiederhergestellt werden kann, bleiben sie jedoch belanglos und von kurzem Erfolg.

So ist es meiner Ansicht nach unbedingt notwendig, das Körpermilieu zu verbessern, wenn sich Krankheiten in ihm zeigen, denn diese sind Ausdruck von einer fehlenden Regulationsfähigkeit des Körpers. Warum sonst sollte der Körper mit seiner wunderbaren Selbstheilungskraft nicht in der Lage sein eine akute Erkrankung zu kurieren. Welchen Grund gibt es, dass er es über Jahre nicht schafft diese zu überwinden und immer mehr Menschen chronisch krank werden? Vielleicht, weil seine Zellen und Lebewesen kein entsprechendes Milieu vorfinden, in dem dies Möglich wäre. Die Belastungen für unseren Körper nimmt seit Jahren stetig zu! Die zahl der krankmachenden Stoffe, die in ihn eindringen wächst täglich. Die Menge an chemischen Medikamenten, die viele Menschen täglich (zusätzlich dazu) einnehmen wächst zusehends.

 

Therapeutische Möglichkeiten

Weniger Rein! Mehr Raus!

1. Die Aufnahme reduzieren: Wenn wir wissen, welche Schwermetalle unseren Körper belasten, können wir überlegen, welchen Aufnahmeweg wir reduzieren könne. Es gilt dann gezielt die Quellen der Belastung auszuschalten.

2. Die Ausleitung erhöhen: Dies kann je nach Schweregrad und Symptomen durch geeignete Chelatbildner (wie bei der Testurchführung) erfolgen. Hierzu zählen DMPS, EDTA, DMSA, die als Infusionen oder oral gegeben werden können, aber auch die hochdosierte Einnahme von natürliche Chelatoren wie das Vitamin C. Zudem ist die BIO-Chlorella-Alge in der Lage Schwermetalle aus dem Gewebe zu mobilisieren und über den Darm auszuleiten. Daneben können je nach Belastung weitere Maßnahmen, wie die Einnahme von z.B. Koriander, Bärlauch, Apfelpektin, Apfelessig, Silizium, Zink, Selen, Kurcumin, Löwenzahn, Mariendistel, Goldrute oder anderen pflanzlichen Mitteln unterstützend wirken. Auch eine Darmkur zur Unterstützung des Mikrobiom und eine Leberreinigung ist sinnvoll, um den Körper in seiner eigenen Entgiftung zu unterstützen (z.B. Ayurveda-Kur).

3. Die Umstellung der Ernährung und anderer Lebensgewohnheiten: frisches biologisches Gemüse und Obst vs. Fertiggerichte; Wie im Reiter "Beschwerden" bereits erwähnt, ist ein gutes und ausgeglichenes Milieu notwendig, damit die Körperfunktionen gut ablaufen können. Der tägliche Verzehr von biologischem Gemüse führt zu einer basischen Verstoffwechslung und beugt damit eine Übersäuerung vor. Kohlenhydrate und Zucker werden hingegen sauer verstoffwechselt und führen bei unausgewogenem Verzehr zu starker Übersäuerung der Organe mit vielfältigen Konsequenzen.

Kosten

Da die Umweltmedizin in Bezug auf chronische Schwermetallbelastungen erst langsam Gehör in der Medizin findet und Forschungsergebnisse erst in den letzten Jahren Schlagzeilen gemacht haben, werden die Kosten für eine Bestimmung von den Kassen nicht generell übernommen. Daher sollte eine Prüfung der Kostenzusage vorher erfolgen.

Die Kosten für die Laboranalytischen Nachweise von Schwermetallen liegen bei Selbstzahlern (gesetzliche Krankenkassen) bei ca. 80€ plus ca. 22€ für das chelatbildende Medikament (DMPS, Dimaval). Bei Privatkassen liegt die Analyse bei ca. 120€ plus 22 € Medikamentenkosten. Hier werden die Kosten jedoch recht häufig übernommen.

Die Kosten für eine Behandlung mit DMPS (Infusion oder oral) können je nach Testergebnis mit der Kasse abgesprochen werden. Medikamente (mit Ausnahme von Nahrungsergänzungsmitteln) werden i.d. Regel übernommen.