Arbeit mit dem Inneren Kind

Von wem sprechen Sie, wenn sie von ihrem "ICH" sprechen? Gibt es ein klar umschriebenes "ICH"? Oder besteht dieses "ICH" aus einer vielzahl von Aspekten? Stellen Sie sich vor Ihr "ICH" sei vielmehr wie eine ganze Schiffsmannschaft. Da gibt es in Ihnen Matrosen, die die Segel hissen und Fahrt und freischen Wind in Ihr Leben holen. Dann den Schiffskoch, der für das leibliche Wohl zuständig ist. DEn Schiffsarzt, der für den Erhalt der Gesundheit zuständig ist. Der Steuermann sorgt dafür im Leben auf Kurs zu bleiben und zuletzt muss es einen Kapitän geben, der den Überblick hat und Befehle erteilen kann und dem die Mannschaft vertraut und Gehorsam gegenüber bringt. Das Wohlergehen aller hängt maßgeblich vom Teamgeist, von Vertauen, Würdigung und Anerkennung der Verschiedenartigkeit und Vielfalt ab.

Fragen Sie sich, was wohl geschieht, wenn sich ein Mannschaftsmitglied ausgeschlossen, missachtet oder nicht gewürdigt fühlt und nicht zufrieden ist. Es wird aufhören seinen Dienst dem Allgemeinwohl zur Verfügung zu stellen. Irgenwann kommt es dann zur Meuterei, das Schiff dreht sich im Kreis und ist nicht mehr steuerbar.

Ganz ähnliches geschieht, wenn Sie als Kapitän in ihrem Leben nicht für das Wohl Aller Teile in Ihnen sorge tragen. So ist es wichtig, dass diese Aspekte gut miteinander an einem gemeinsamen Ziel arbeiten und jeder seine Qualitäten einbringen kann.

In der modernen Psychologie wird heute anerkannt, das jeder Mensch nicht EIN ICH hat, sondern viele ICH-Anteile oder ICH-Aspekte in sich trägt. Ein Mensch ist z.B. Sohn/Tochter seiner Eltern, und auch Vater/Mutter von einem Kind. Dann ist er auch noch Ehepartner, Arbeitnehmer, (Selbst-)Heiler, Freund, Konsument, ...

Alle diese Anteile wollen gesehen, gewürdigt und integriert werden. Wohlergehen funktioniert eben nur im Gemeinschaftsgeist und einem gemeinsamen Ziel.

Kinder lernen und schauen sich Verhalten von den Erwachsenen ab. Sie prägen sich alles, was um sie geschieht (im Positiven wie auch Negativen) ein und ahmen es dann nach. Wenn sich ein Kind ausgegrenzt gefühlt hat, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit später als Erwachsener auf die gleiche Weise mit sich selbst (oder dem immeren Anteil = inneres Kind) umgehen, wie es es gewohnt war. So kommt es dann im Inneren eines Menschen zwischen den Aspekten (Vater/Mutter zu Sohn/Tochter) ebenfalls zu Ablehnung oder Ausgrenzung. Die Aspekte haben kein gemeinsames Ziel mehr und auf unserem Schiff läuft nicht mehr alles reibungslos.

In der Arbeit mit dem Inneren Kind geht es um die Aussönung zwischen diesen eigenen inneren Aspekten, die, warum auch immer, nicht gut zusammen arbeiten. Es ist meiner Erfahrung nach eine äußerst Kraftvolle und heilsame Arbeit bei der Vertrauen aufgebaut wird, Vergebung stattfinden kann, Unwahrheiten aufgedeckt und verwandelt werden, und innerer Frieden mit sich und der Umwelt die Folge ist.

Mein Buchtip hierzu: "Aussöhnung mit dem inneren Kind" von