Tiefenpsychologische Therapie

Meiner Ausbildung nach arbeite ich tiefenpsychologisch fundiert. Dieses Verfahren ist neben der Psychoanalyse und der Verhaltenstherapie eines der Richtlinienverfahren.

In diesem Ansatz geht es nicht darum, von der Gegenwart in die Vergangenheit zu gehen, sondern vielmehr im Jetzt von der Oberfläche in die Tiefe. Die Beobachtung, dass im Menschen zu jeder Zeit alles da ist, liegt dieser Methode Zugrunde. Beobachtungen aus der Entwicklungspsyhologie zeigen, dass die Entwicklung des Menschen, und damit auch seiner Psyche, ähnlich stattfindet, wie die geschichtliche Anhäufung in den Sedimenten und Gesteinsschichten der Erdentwicklung. Eine Schicht lagert sich über der nächsten ab und bedeckt die vorhergehenden. Alles ist zu jeder Zeit da, vieles liegt jedoch im Dunkeln oder psychologisch gesprochen im Unbewußten und nicht sichtbar.

Die Vergangenheit und die Zukunft sind nicht real, sie existieren vielmehr nur als Erinnerungen und Gedankenmuster, als Glaubenssätze in unserem Gedächtnis. So wie die tiefen Erdschichten nur im Jetzt existieren (und auch Sie sind zu einem früheren Zeitpunkt im Jetzt entstanden), so sind auch alle Erinnerungen und daraus resultierende fasche und übernommene Einstellungen nur im Jetzt vorhanden. Die Identifikation mit diesen unbewußten Glaubenssätzen führt jedoch in der Gegenwart zu Verzerrungen in der (Selbst-)Wahrnehmung und zu der Identifikation mit einem Falschen Selbst, das immer noch an den Erfahrungen der Vergangenheit festhält. Daher spreche ich auch vom "inneren Kind", welches immer noch in uns lebt. Dieses "Innere Kind" zu heilen heißt, es von falschen Glaubenssätzen zu erlösen (z.B. "Ich bin nicht liebenswert", "Ich genüge nicht") und damit die Lebensfreude, Krativität, Leichtigkeit, Unbeschwertheit, Lebendigkeit und Neugier wieder in das Leben des Menschen zu (re-)integrieren.

Hat es zu einem Zeitpunkt im Leben eines Menschen Erschütterungen gegeben , entstehen in der Person, bestehnd aus dem physischen Körper, dem Emotionalkörper und dem mentalen Körper, ähnlich den Erdschichten, Verwerfungen, Spaltungen und Risse. Die innere Integrität ist bedroht. Daher entstehen sogenannte Schutzprogramme, oder Überlebensstrategien, odt als Polares Gegenstück zu den traumatischen Anteilen im Menschen. Diese dienen der Widerherstellung der Ganzheit und dem Versuch wieteres Unheil zu verhindern. Zwischen den traumatischen Anteilen und den Überlebensanteilen kann es im späteren Verlauf des Lebens zu starken Spannungen kommen, sich Druck aufbauen, oder auch erneute Tiefenbeben geben, die durch aktuelle Ereignisse ausgelöst werden. Der traumatisierte und unterdrückte Anteil möchte wieder gesehen, gewürdigt und reintegriert werden, der Überlebensanteil versucht jedoch diesen, mit unangenhmen Gefühlen beladenen Anteil weiterhin erfolgreich "bewußtseins-fern zu halten. Nur gelegentlich kommt es durch erneute aktuelle Erschütterungen im Leben eines Meschen dazu, dass die alten Themen wiederangesprochen und reaktiviert weden (z.B. erneuter Verlust). So kann kurzfristig der traumatische Anteil wieder die Oberhand gewinnen, ähnlich, wie wenn durch einen neuen Vulkanausbruch unterste Erdschichten dan die Oberfläche geworfen werden.  Mit ihnen können dann altbekannte und vergrabene Gefühle von Angst oder auch Depressionen, aber auch körperliche Spannungen, Bluthochdruck und viele Somatische Beschwerden hervorrufen werden.

Die Erschütterungen im Leben eines Menschen nennen wir Traumatisierungen. Sie betreffen immer den Bereich von Beziehungen zu uns Selbst und zu unserer Umwelt. Wichtige Grundbedürfnisse, wie haltgebende Bindung und Nähe, sowie dem Bedürfniss nach Autonomie und Distanz können dabei verletzt werden (Symbiosetrauma). Diese graben sich oftmals so tief ein in den Menschen, dass er auch im späteren Leben die Beziehunggestaltung oder die Beziehung zum inneren Kind erschwert ist.